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Bernd Alois Zimmermann





Bernd Alois Zimmermann Bernd Alois Zimmermann: «Die Soldaten»
2008-04-30 | Quelle: www.codexflores.ch
Codex Flores 1958 erteilte die Stadt Köln Bernd Alois Zimmermann den Auftrag zu einer Oper, die 1960 uraufgeführt werden sollte. Es kam jedoch erst 1965 dazu ? nach 370 ... ...mehr

Bernd Alois Zimmermann


.Bernd Alois Zimmermann (eigentlich Bernhard Alois Zimmermann; * 20. März 1918 in Erftstadt-Bliesheim; † 10. August 1970 in Frechen-Königsdorf bei Köln (Freitod) war einer der herausragenden deutschen Komponisten der musikalischen Avantgarde, der in der Auseinandersetzung mit der Neuen Musik zu einem eigenen Stil fand. Sein bekanntestes Werk ist die Oper Die Soldaten.

Zimmermann wuchs im ländlich-katholischen Milieu der Eifel auf. Sein Vater war Beamter bei der Reichsbahn und betrieb im Nebenerwerb Landwirtschaft. Ab 1929 besuchte Bernd Alois Zimmermann die katholische Privatschule im Kloster Steinfeld, wo er sich erstmals systematisch mit Musik auseinandersetzte und den Grundstein für seine enorme literarische Bildung legte. Als 1936 die Privatschulen in Deutschland von den Nationalsozialisten geschlossen wurden, wechselte Zimmermann auf ein staatliches katholisches Gymnasium in Köln, wo er 1937 das Abitur ablegte. Im gleichen Jahr leistete er seinen Reichsarbeitsdienst ab und schrieb sich zum Wintersemester 1937/38 an der Hochschule für Lehrerausbildung in Bonn ein.

Eigentlich wollte Zimmermann Theologie studieren, begann aber dann im Wintersemester 1938/39 das Studium der Schulmusik, Musikwissenschaft und Komposition an der Hochschule für Musik Köln. 1940 erfolgte die Einberufung zur Wehrmacht, aus der er im Herbst 1942 wegen einer schweren Hautkrankheit entlassen wurde. Er nahm das Studium wieder auf, dessen Abschluss sich durch Kriegsende und Nachkriegswirren bis 1947 verzögerte. Bereits seit 1946 war Zimmermann als freischaffender Komponist tätig, überwiegend für den Rundfunk. Von 1948 bis 1950 nahm er an den Kranichsteiner/Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teil, unter anderem bei René Leibowitz und Wolfgang Fortner, und arbeitete 1950-52 als Lektor für Musiktheorie am Musikwissenschaftlichen Institut der Kölner Universität.

1957 bekam Zimmermann ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom und übernahm 1958 als Nachfolger von Frank Martin eine Kompositionsprofessur an der Kölner Musikhochschule, wo er das Seminar für Bühnen-, Film- und Rundfunkmusik begründete. In den 1960er Jahren etablierte er sich als erfolgreicher Komponist: Er wurde mit mehreren namhaften Preisen ausgezeichnet (1960 Großer Kunstpreis von Nordrhein-Westfalen, 1966 Kunstpreis der Stadt Köln), erhielt 1963 ein zweites Stipendium für die Villa Massimo und wurde 1965 Mitglied der Berliner Akademie der Künste). Einen Ruf als Kompositionsprofessor an die Berliner Hochschule der Künste lehnte er 1968 ab.

Zum Ende des Jahrzehnts verstärkten sich bei Zimmermann depressive Tendenzen und führten zu einer psychischen Krise, hinzu kam ein sich schnell verschlimmerndes, inoperables Augenleiden. Am 10. August 1970 nahm sich der Komponist das Leben.

Seine Oper Die Soldaten erlebte 1965 ihre erfolgreiche Uraufführung, nachdem sie mehrfach (u.a. von Wolfgang Sawallisch) wegen enormer personeller und musikalischer Anforderungen als „unspielbar“ abgelehnt worden war. Eine Neueinstudierung 1969 unter der Mitwirkung Zimmermanns wurde ein überwältigender Erfolg. Im Rahmen der RuhrTriennale erlebte die Oper 2006 und 2007 in der Bochumer Jahrhunderthalle eine von Publikum und Kritik gefeierte Neuinszenierung durch David Pountney mit den Bochumer Symphonikern unter Generalmusikdirektor Steven Sloane. 2008 wird die Inszenierung beim Lincoln Center Festival in New York gezeigt.

Zimmermann war ein Komponist zwischen den Epochen: Er war zu jung, um von den musikalischen Ereignissen der Weimarer Republik entscheidend geprägt zu sein, gleichzeitig aber nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu alt, um die ablehnende Haltung der jungen Generation der Komponistengeneration der Weimarer Republik gegenüber mitzutragen. Dies führte zu einem ausgesprochen eigenständigen Werkstil, der vom Konzept „pluralistischen“ Komponierens und der Anwendung von Collagetechniken geprägt war.[1]

In seiner kompositorischen Entwicklung vollzog Zimmermann zunächst die Entwicklung der Neuen Musik nach, von der die deutschen Komponisten während der Zeit des Nationalsozialismus zum großen Teil abgeschnitten waren. Er begann mit Werken im neoklassizistischen Stil, gelangte dann durch die Eindrücke bei den Darmstädter Ferienkursen über freie Atonalität (ab 1949) und Dodekaphonie (ab 1951) zur seriellen Musik (ab 1956). Auch seine Vorliebe für den Jazz kommt in mehreren Kompositionen zum Ausdruck, etwa im Violinkonzert von 1950 und im Trompetenkonzert von 1954 sowie in seiner Oper Die Soldaten. Um seinen Lebensunterhalt zu sichern schrieb bzw. arrangierte Zimmermann Hörspiel- und Filmmusik.

Im Unterschied zu den Vertretern der so genannten Darmstädter Schule (Stockhausen, Boulez, Nono u.a.) vollzog Zimmermann aber keinen radikalen Bruch mit der Tradition. Ende der 1950er Jahre entwickelte er den für ihn typischen persönlichen Komponierstil, die pluralistische Klangkomposition, die geprägt ist durch die Kombination und Überlagerung von Schichten musikalischen Materials aus unterschiedlichen Zeiten und von unterschiedlicher Herkunft (Musik des Mittelalters über Barock und Klassik bis zu Jazz und Popsongs, etwa der Beatles). Das reicht von der Einbettung einzelner musikalischer Zitate in eine Komposition (etwa im Orchesterstück Photopthosis) bis hin zu einem Stück, das gänzlich als Collage konzipiert ist (Musique pour les soupers du Roi Ubu). In Vokalwerken (besonders prägnant im Requiem) wird das Verfahren auch auf den Text angewendet.

Zimmermanns Kunst liegt ein besonderer Zeitbegriff zugrunde: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind, wie wir wissen, lediglich an ihrer Erscheinung als kosmische Zeit an den Vorgang der Sukzession gebunden. In unserer geistigen Wirklichkeit existiert diese Sukzession jedoch nicht, was eine realere Wirklichkeit besitzt als die uns wohlvertraute Uhr, die ja im Grunde nichts anderes anzeigt, als dass es keine Gegenwart im strengeren Sinne gibt. Die Zeit biegt sich zu einer K



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