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Friedrich Gulda



Friedrich Gulda At Birdland


(2007-09-21)



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Friedrich Gulda


.Friedrich Gulda (* 16. Mai 1930 in Wien; † 27. Januar 2000 in Weißenbach am Attersee) war ein österreichischer Pianist und Komponist.

Gulda begann im Alter von sieben Jahren mit dem Klavierspiel. 1942 begann er sein Musikstudium an der Wiener Musikakademie (Klavier bei Bruno Seidelhofer u. Musiktheorie und Komposition bei Joseph Marx), der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Bereits im Alter von 16 Jahren gewann Gulda beim Internationalen Genfer Musikwettbewerb und gelangte rasch zu Weltruhm. Seine äußerst exakten, um besondere Werktreue bemühten Mozart- und Beethoven-Interpretationen gelten bis heute als Meilensteine in der Musikgeschichte. Charakteristisch für Gulda ist ein äußerst präzises und rhythmisch akzentuiertes Spiel.

Sein Repertoire umfasst Werke von J. S. Bach, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, Debussy and Ravel, wobei vor allem seine Interpretationen der Klaviersonaten Beethovens und des Wohltemperierten Klaviers von Bach Aufsehen erregten. In seinen Konzerten spielte er Werke Bachs häufig originalgetreu auf einem Clavichord.

Gulda, der sich auch als Komponist betätigte, schrieb unter anderem ein Konzert für Violoncello und Blasorchester mit den Sätzen: Ouverture, Idylle, Cadenza, Menuett, Finale alla marcia (für Heinrich Schiff). 1967 vertonte er einige der Galgenlieder von Christian Morgenstern und veröffentlichte sie zusammen mit Georg Kreisler (Gesang) und Blanche Aubry (Gesang). Einige "moderne Wienerlieder" veröffentlichte er auch zusammen mit einem Sänger namens Albert Golowin, der eigenartigerweise dem Pianisten und Komponisten sehr ähnlich sieht - abgesehen von einem reichlich finsteren schwarzen Vollbart und einer dickrandigen Brille. (Es dauerte Jahre, bis auch einige Kritiker dahinter kamen, daß es sich bei beiden um die selbe Person handelte).

Schon in jungen Jahren entdeckte Gulda auch die Liebe zum Jazz, den er als die maßgebliche Richtung moderner Musikentwicklung ansah. Ab Mitte der 1950er Jahre erarbeitete er sich einen Ruf als Jazz-Interpret und -Komponist. In seinen Konzerten bemühte er sich immer mehr um Aufhebung der Trennung zwischen E-Musik und U-Musik. 1971 veröffentlichte er bei PAPAGENO in Wien einen 110-seitigen Band mit eigenen Werken unter dem Titel "Klavier-Kompositionen" (dieser enthält u.a. die Werke: "Play Piano Play", "Sonatine", "Prelude and Fugue", "Variationen über Light My Fire" und "Variations"). Von 1972 bis 1978 spielte er im Trio Anima mit Paul Fuchs und Limpe Fuchs und später zu zweit mit der Sängerin und Perkussionistin Ursula Anders hauptsächlich frei improvisierte Musik, wobei er auch schon einmal nackt die Blockflöte spielend auftrat. Er komponierte Jazz-Klavierstücke und kombinierte in seinen Konzerten klassische Musik und Jazz. Gleichwohl blieb ihm in der Jazzszene echte Anerkennung versagt.

Sein unorthodoxes, nicht selten provokantes Auftreten auf der Bühne machte ihn zu einem enfant terrible unter den Pianisten. So kam es vor, dass er in Konzerten vom angekündigten Programm abwich und andere Werke vortrug. Zum Eklat kam es im Jahr 1969, als er anlässlich der Verleihung des Beethoven-Ringes durch die Wiener Musikakademie vor Direktoren, Professoren und Studenten eine Schmährede auf den aus seiner Sicht verstaubten und verknöcherten Ausbildungsbetrieb hielt, um Tage später den Ring wieder zurückzugeben.

Eine weitere Begebenheit: Im Sommer 1973 spielte Gulda beim 5. Internationalen Musikform in Viktring das Eröffungskonzert. Angekündigt war das "Wohltemperierte Klavier" (J.S.Bach). Gulda begann pünktlich um 20:00, allerdings nicht mit dem Wohltemperierten Klavier, sondern mit Paul und Limpe Fuchs und für Viele gewöhnungsbedürftigen Klängen (Zuschauerkommetar nach einer Viertelstunde: "Hat das schon angefangen?"). Als dieser Musikvortrag um 22:30 endete, ging der größte Teil der in gehobener Abendgarderobe angereisten Gäste enttäuscht bis entrüstet nach Hause. Wer jedoch durchhielt, stellte nach über einer halben Stunde fest, daß dies nicht das Ende des Konzertabends, sondern lediglich eine Pause gewesen war, denn nun waren die echten Fans unter sich und Gulda spielte dann noch etwa 2 Stunden aus Bachs Wohltemperiertem Klavier.

Gulda hatte ein hervorragendes Gedächtnis und brauchte sich (wie Workshop-Teilnehmer berichten) den Notentext z.B. von Robert Schumann: "Waldszenen" nur wenige Minuten lang anschauen, um das Werk dann auswendig zu spielen.

Berühmt wurde auch seine Paradise Night 1999 im Wiener Konzerthaus, bei der er durch Tänzerinnen, die Paradise Girls, und DJs unterstützt wurde und welche er nach der von ihm lancierten Falschmeldung von seinem Tod Wochen zuvor als Auferstehungsfest veranstaltete.

Eine der berühmtesten Schülerinnen Guldas ist die argentinische Pianistin ... Mehr in der Wikipedia



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