.Gert Curt Gerhard Westphal (* 5. Oktober 1920 in Dresden; †10. November 2002 in Zürich) war ein deutscher Regisseur, Schauspieler und Rezitator. Wegen seiner hervorragend interpretierten Rezitationen und Literaturlesungen für den Hörfunk wurde er auch als der „König der Vorleser“ [1] gewürdigt.
Gert Westphal war nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst bei den Bremer Kammerspielen beschäftigt. 1948 wurde er Leiter der Hörspielabteilung von Radio Bremen. 1953 bis 1959 arbeitete er für den Südwestfunk Baden-Baden. Hier führte er u. a. die Regie in dem fünfteiligen Hörspiel "Am grünen Strand der Spree", in dem der Autor Hans Scholz auch eine der Hauptrollen sprach. In Zusammenarbeit mit dem Chefredakteur der Jazz-Redaktion, Joachim-Ernst Berendt, nahm er mehrere „Jazz & Lyrik“-Platten auf, die bis heute stilbildend wirkten. Von 1959 bis 1980 wirkte er im Ensemble des Zürcher Schauspielhauses. 1960 erwarb er das Schweizer Bürgerrecht. Ab 1980 war er freiberuflich tätig, führte Regie an Opernhäusern wie Bern, Braunschweig, Düsseldorf, Mannheim, Nürnberg, wirkte aber weiterhin auch an Hörspiele, z.B. der Langzeitreihe Der Frauenarzt von Bischofsbrück des SDR, mit. Die besondere Liebe des „Königs der Vorleser“, wie ihn Petra Kipphof von der ZEIT einmal nannte, galt der Rezitation und der literarischen Lesung vor Publikum, im Radio, für Sprechplatte oder Hörbuch. Er rezitierte u.a. Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Fontane, Heinrich Heine, Hermann Hesse, Patrick Süskind, Thomas Mann, Gustave Flaubert.
1954 hatte er die Schauspielerin und Journalistin Gisela Zoch beim Norddeutschen Rundfunk kennengelernt, mit der er im Dezember 1957 die Ehe schloss, aus der zwei Töchter hervorgingen. 2002 erlag Westphal einem Krebsleiden. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Kilchberger Friedhof am Zürichsee, nur wenige Meter von dem Grab von Thomas Mann entfernt.
Westphal erhielt verschiedene Auszeichnungen, u. a. das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 2001 vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg die Biermann-Ratjen-Medaille für seine künstlerischen Verdienste um die Stadt Hamburg.
Literaturpreis des Kantons Zürich, 1975
Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1982
Deutscher Schallplattenpreis, 1988
Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg, 1990
Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich, 1990
Ehrenurkunde der Deutschen Schallplattenkritik, 1991
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