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Giovanni Bottesini



Giovanni Bottesini


.Giovanni Bottesini (* 22. Dezember 1821[1] in Crema; † 7. Juli 1889 in Parma) war ein italienischer Kontrabassist, Dirigent und Komponist. In die Musikgeschichte ging sein Name vor allem dadurch ein, dass er die Uraufführung von Giuseppe Verdis Oper Aida am 24. Dezember 1871 in Kairo dirigierte. Ferner galt Bottesini als der führende Kontrabass-Virtuose seiner Zeit. Einen Großteil seiner Kompositionen hat er für dieses Instrument geschrieben, die meisten dieser Stücke sind bis zur Gegenwart im Repertoire von Kontrabass-Solisten präsent.

Kindheit und erster Unterricht in Crema Der Dom von Crema, einer der Orte, an denen der junge Bottesini seine musikalische Laufbahn begann

Viele Angaben über Bottesinis Jugendjahre sind unklar und teilweise widersprüchlich. Da primäre Quellen – etwa entsprechende Einträge im Taufregister – von den verschiedenen Biographen des Musikers nicht konsultiert wurden oder werden konnten, bot der später weltweit bekannte „rechte Bohémien“ (so Friedrich Warnecke) zur Genüge Stoff für verklärende, spekulative und zum Teil frei erfundene Darstellungen. Im Musikleben des 19. Jahrhunderts spielten die reisenden Virtuosen (berühmt sind bis heute die legendenbehafteten Viten Niccolò Paganinis oder Franz Liszts) eine Rolle, die derjenigen gegenwärtiger Popstars in vielerlei Hinsicht ähnelt. Die zahlreich überlieferten Berichte stammen deswegen nicht nur von sachkundigen Zeitgenossen, sondern in mindestens ebenso großem Umfang aus der damaligen „Klatschpresse“.

Bereits hinsichtlich des exakten Geburtsdatums sowie des Taufnamens des Musikers weichen die Angaben erheblich voneinander ab; neben dem eingangs erwähnten Geburtstag werden häufig auch der 24. Dezember[2] und die Jahre 1822 beziehungsweise 1823[3] genannt. Einige Biographen[4] nennen darüber hinaus – jedoch ohne Quelle – den vollen Taufnamen Giovanni Paolo Bottesini.

Als unstreitig oder doch zumindest unwidersprochen gilt, dass Giovanni Bottesini einer musikalischen Familie entstammte. Sein Vater Pietro „war ein geschätzter Klarinettist und ein wenn auch nur wenig bedeutender Komponist bescheidener Musikstücke“[5]. 1831 gaben die Eltern ihren Sohn in die Obhut des Geistlichen Carlo Cogliati[6], der Giovanni im Spiel auf Violine und Bratsche unterrichtete. Als erster Violinist im Domorchester von Crema spielte Cogliati eine wichtige Rolle im regen Musikleben des kleinen oberitalienischen Städtchens, und er verhalf seinem Schützling binnen kurzer Zeit zu ersten Auftrittserfahrungen. Neben seinem Studium der beiden Streichinstrumente musste Bottesini „im Kirchenchor als Sopransänger mitwirken und bei gelegentlichen Musikaufführungen [im Teatro Sociale di Crema] die Pauke bedienen“[7].

Die Studienjahre in Mailand Bottesini im Alter von etwa 20 Jahren

1835 ersuchte Bottesinis Vater auf Anraten Cogliatis um Aufnahme des noch nicht Vierzehnjährigen am Konservatorium in Mailand, wozu der Sohn wenig begüterter Eltern allerdings ein Stipendium benötigte. In Verbindung mit einer solchen Beihilfe waren jedoch in diesem Jahr nur mehr Studienplätze für Fagott und Kontrabass verfügbar. Innerhalb weniger Wochen bereitete sich Bottesini auf das Vorspiel für die Klasse des renommierten Kontrabass-Professors Luigi Rossi vor und wurde zugelassen.

Bottesinis ursprüngliche Hoffnung war es gewesen, nach einmal erreichter Aufnahme am Konservatorium früher oder später doch noch sein Geigenstudium fortsetzen zu können. Diesen Plan verfolgte er jedoch nicht weiter, als sich binnen kurzer Zeit erwies, dass er als Kontrabassist rasche Fortschritte machte und zu einem der erfolgreichsten Studenten seines Jahrgangs wurde. Neben seinem Hauptfachstudium ließ sich der junge Giovanni „mit Eifer“[8] auch in den Fächern Klavier, Musiktheorie und Komposition ausbilden. Bottesinis Lehrer in diesen zusätzlichen Fächern waren Gaetano Piantanida, Francesco Basili, Pietro Ray und Nicola Vaccai, deren Namen heute kaum mehr Musikhistorikern geläufig sind, die aber damals hohes Ansehen als Dozenten genossen. Trotz dieses umfangreichen Pensums gelang es Bottesini, den am Conservatorio di Milano auf sechs Jahre angelegten Pflichtstudiengang innerhalb von vier Jahren zu absolvieren. Das Institut verlieh ihm zusätzlich einen Preis von 300 Francs für sein herausragendes Solospiel.

Einen Teil dieses Geldes verwendete er für den Kauf eines durch ihn selbst später berühmt gewordenen Kontrabasses, den Carlo Antonio Testore[9] im Jahr 1716 gebaut hatte. Bottesini selbst berichtete, dass er das Instrument in einer Abstellkammer eines Mailänder Marionettentheaters entdeckt und dann dem Nachlassverwalter des verstorbenen Bassisten Fiando für 900 Lire abgekauft habe.[10]

Auch die Geschichte um den Erwerb des Testore-Basses, der nach Bottesinis Tod lange als verschollen galt und erst Mitte des 20. Jahrhunderts in den Niederlanden wieder identifiziert werden konnte[11], ist in verschiedenen, teils detailfreudig ausgeschmückten Varianten überliefert. So erwähnt Warnecke, ohne eine Quelle hierfür zu nennen, einen „interessierten Verwandten“ namens Rocchetti, der zum Erwerb des Instruments einen Betrag von „600 Franken“ beigesteuert habe.[12] Aus dem überreichen Anekdotenschatz um Bottesini und sein Instrument sei der Kuriosität halber hier nur noch die Behauptung erwähnt, dass Testore den Bass aus dem Holz des Baumes gefertigt habe, unter dem Siddharta Gautama Erleuchtung in der Meditation gefunden habe; Bottesini selbst stamme in direkter Linie von Buddha ab, was sich an der Ähnlichkeit der Namen zeige. Da obendrein der ... Mehr in der Wikipedia



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