.Ein Traktor (Mehrzahl Traktoren, von lateinisch trahere, „ziehen“) ist eine Zugmaschine, die in erster Linie in der Landwirtschaft benutzt wird. In Norddeutschland werden statt Traktor die Begriffe Schlepper, Ackerschlepper und Trecker verwendet. Letzterer stammt aus der plattdeutschen Sprache und ist von trecken („ziehen“) abgeleitet. Im süddeutschen Raum werden auch die Begriffe Schlepper und Bulldog verwendet. In Österreich und Deutschland lautet der amtliche Begriff für Traktor Zugmaschine.
Zur Familie der Dampfmaschinen gehört der 1765 von Nicholas Cugnot konstruierte Dampfkraftwagen, auch Dampftraktor genannt. Dieser Fahrzeugtyp hielt in der Landwirtschaft Einzug und trug zur Entwicklung der Dampflokomotive bei.
Ein Traktor der Marke Ford, Modell 5000 mit 68PS
Bei der Austernzucht in der Bretagne eingesetzter Fiat 566
Traktoren werden zum Ziehen von Anhängern und landwirtschaftlichen Geräten benutzt. Vielfach lassen sich auch landwirtschaftliche Maschinen direkt an den Traktor anbauen und über eine Antriebswelle (Gelenkwelle/Zapfwelle) vom Motor des Traktors oder über die Hydraulik antreiben. Um die für die Feldarbeit notwendige Geländegängigkeit zu erreichen, besitzen Traktoren oft Allradantrieb und mindestens zwei, heute oft auch vier sehr große Räder mit grobstolligen Profil.
Heutige Traktoren gibt es für viele Verwendungszwecke in allen Formen, wie ganz kleine, die vor allem im Gebirge in der Forstwirtschaft oder Almwirtschaft eingesetzt werden können, sehr schmale für den Weinbau oder große für den Ackerbau im Flachland. Um eine optimale Geschwindigkeit für die jeweilige Arbeit zu erreichen verfügen moderne Traktoren oftmals über ein vielstufiges Lastschaltgetriebe oder ein stufenloses Getriebe. Als häufig genutzte Zusatzausrüstung an Traktoren ist ein Frontlader, manchmal auch ein Hecklader angebracht. Größere Traktoren verfügen heute meistens über eine Kabine mit Klimaanlage und haben gegenüber anderen Fahrzeugen technische Besonderheiten wie Einzelradbremse und Differentialsperren.
Sonderformen stellen der Unimog, der Geräteträger und der so genannte Muli dar, die meist mit einem etwas längeren Radstand als andere Traktoren konstruiert sind. Der Geräteträger verfügt vorn vor oder über dem Unterflurmotor über einen weiteren Anbauplatz für zusätzliche Arbeitsmaschinen (alternativ eine Ladepritsche), während der Unimog und der Muli hinter der Fahrerkabine noch eine Transportfläche aufweisen und sehr geländegängig sind. Der Muli wird vor allem in Westösterreich, der Schweiz und Südtirol eingesetzt. Auch die sog. Trac-Schlepper (MB-Trac, Deutz INTRAC, JCB Fastrac), bei denen der Arbeitsplatz des Fahrers weiter vorn oder mittig zwischen den Achsen positioniert ist, weichen von der herkömmlichen Standard-Bauweise ab. Eine andere vereinfachte kleine Schlepperform ist der handgeführte Einachsschlepper.
Der Trend zu immer stärkeren und schwereren Maschinen (höhere Zugkraft) hat als Folge auch eine höhere Bodenverdichtung und damit geringere Bodenerträge zur Folge. Dem kann mit dem Aufziehen von ballonartigen Niederdruckreifen (Terrareifen), die das Fahrzeuggewicht besser verteilen und durch den niedrigen Reifeninnendruck auch weniger Bodendruck verursachen, oder dem Einsatz von Zwillingsreifen (Montage eines zweiten, vollständigen Rades am eigentlichen Rad des Schleppers) entgegengewirkt werden.
Massey Ferguson 135 mit norwegischem Überrollbügel. Bild: K.A. Gallis
Bedingt durch die steigenden Fahrgeschwindigkeiten von Traktoren (bis zu 80 km/h beim JCB Fastrac) und durch die geringe Dämpfung der großvolumigen Traktorreifen besitzt ein Großteil der heutigen Traktoren eine Federung zumindest der Vorderachse. Die Vorderachse wird meistens durch ein hydraulisches oder ein pneumatisches System gefedert. Traktoren mit ...
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