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Fantasia



Fantasia


(2007-09-28)



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Fantasia


.Fantasia ist der dritte abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt Disney Studios aus dem Jahr 1940, dem im Jahr 2000 unter dem Namen Fantasia 2000 eine Fortsetzung folgte. Der Soundtrack des Films besteht aus klassischer Musik, gespielt vom Philadelphia Orchestra, das den gesamten Film akustisch begleitet und von Leopold Stokowski dirigiert wird. Aufgebaut nach dem Prinzip der Silly Symphonies (Cartoons ohne Sprechteil, lediglich mit klassischer Musik unterlegt) kreierte man mit Fantasia einen Klassiker der Filmgeschichte. Zwischen den einzelnen Cartoon-Segmenten sind Stokowski und das Orchester zu sehen; der Musikkritiker Deems Taylor spricht die verbindenden Kommentare in der Originalversion.

Der Sprecher präsentiert aus dem Off mehrere Zeichentrickfilme, die durch klassische Musikstücke inspiriert wurden. Die verwendeten Stücke sind:

Toccata und Fuge in d-moll, BWV 565. Ein Werk für Orgel, das von Stokowski für das Orchester bearbeitet wurde. Man sieht zunächst die Silhouetten der Musiker des Philadelphia Orchestra, die bunt beleuchtet vor einer weißen Wand musizieren. Danach wird die Musik durch abstrakte Figuren illustriert, inspiriert durch die Kunstwerke des deutschen Filmzeichners Oskar Fischinger, der eine Zeit lang persönlich an diesem Abschnitt arbeitete. Dies ist der erste Film von Disney, bei dem abstrakte Zeichnungen verwendet wurden. Pyotr Ilyich Tchaikovsky: Stücke aus der Nussknacker-Suite, Op. 71a. Die Suite aus dem gleichnamigen Ballett wurde nicht komplett verwendet; es fehlen die Ouvertüre und der Marsch der Zinnsoldaten. Die Reihenfolge der verbleibenden Stücke entspricht nicht der ursprünglichen Anordnung. Bei einigen Stücken wurden Kürzungen vorgenommen. Im Film wird der Wechsel der Jahreszeiten vom Sommer bis zum Winter dargestellt: Tiere, Pflanzen und Feen tanzen zur Musik. Paul Dukas: Der Zauberlehrling. Eine sinfonische Dichtung nach dem gleichnamigen Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe über einen jungen Mann, der Magie missbraucht und sie nicht mehr unter Kontrolle bekommt. Dieses Stück wurde nur wenig gekürzt. Im Film übernimmt Disneys Mickey Maus die Titelrolle. Igor Stravinsky: Le Sacre du Printemps. Die Ballettmusik wurde um mehr als zehn Minuten gekürzt. Der Film zeigt Bilder aus der Frühgeschichte der Erde; von der Entstehung des Erdteile über die ersten Einzeller bis zum Untergang der Dinosaurier. Dabei wurden die prähistorischen Tiere relativ realistisch dargestellt. Allerdings hat der Tyrannosaurus im Film drei Finger, obwohl damals schon bekannt war, dass zwei Finger korrekt gewesen wären. Walt Disney entschied sich jedoch für die falsche Darstellungsweise, weil er meinte, es sähe besser aus. Ludwig van Beethoven: 6. Symphonie in F-Dur, Op.68 „Pastorale“. Von diesem Werk wurde mehr als die Hälfte gestrichen (meistens wurde auf die Wiederholung einzelner Passagen verzichtet, so dass die wesentlichen Themen alle zu hören sind). Der Film spielt in der Welt des antiken Griechenland und schildert, wie mit dem Sonnenaufgang die Vorbereitungen zu einem Fest zu Ehren des Bacchus, dem Gott des Weins, beginnen, das kurz vor Sonnenuntergang von Zeus unterbrochen wird. Die Hauptakteure sind Zentaurinnen und Zentauren, eine Pegasusfamilie, Faune und die Götter des Olymp. Dieser Teil ist im typischen verniedlichenden Disney-Stil gestaltet und verwendet die mythologischen Figuren sehr frei (da in den klassischen Sagen weder weibliche Zentauren noch andere geflügelte Pferde außer Pegasus vorkommen). Dieser Teil stieß bereits bei der Uraufführung wegen der nackten Brüste der Zentaurinnen auf Kritik. Bei der Neuaufführung des Films in den sechziger Jahren wurde außerdem moniert, dass eine Zentaurin mit dem Oberkörper einer afrikanischen Frau und dem Unterkörper eines Esels ihren Artgenossinen dient und als Sklavin hinterherschuftet. Zwei weitere afrikanische Zentaurinnen haben die Unterköper von Zebras. Disney reagierte schnell auf die Rassismusvorwürfe und ließ die Esels-Zentaurin aus sämtlichen Kopien der Filme streichen. Die Zebra-Zentaurinnen sind in der deutschen Version des Films weiter zu sehen. In einem kurzen Zwischenspiel stellt der Sprecher „den eigentlichen Star“ des Films vor: den Ton, dargestellt durch eine vibrierende Linie. Der Ton ist offensichtlich nicht an das Rampenlicht gewöhnt, aber als einige Instrumente Klangbeispiele geben, bemüht er sich, diese bildhaft darzustellen. Amilcare Ponchielli: „Der Tanz der Stunden“ - ein allegorisches Ballett aus der Oper La Gioconda blieb als einziges Musikstück unverändert. Strauße, Nilpferde, Elefanten und Alligatoren persiflieren die typischen Manierismen des klassischen Balletts und tanzen eine dramatische Geschichte über eine geraubte Prinzessin und wilde Piraten. Modest Mussorgsky: Eine Nacht auf dem kahlen Berge. Eine sinfonische Dichtung, die der Komponist auch in seiner Oper Der Jahrmarkt von Sorotschinzy einsetzte. Das Stück wurde nur wenig gekürzt. Der Film folgt der durch die Musik vorgegebenen Handlung: ein dämonisches Wesen beschwört die Seelen der Toten aus ihren Gräbern, um auf dem kahlen Berge einen Hexensabbat zu feiern. Als eine Kirchenglocke den Morgen ankündigt, verschwindet der Spuk. Dieses Musikstück geht übergangslos in das nächste über: Franz Schubert: Ave Maria. Im Original ein Lied für Sopran und Klavier; hier wird die Sopranistin Julietta Novis von Chor und Orchester begleitet. Verhüllte Gestalten mit Kerzen in den Händen schreiten durch den Wald, während die Sonne aufgeht. Diese Sequenz stellte die Zeichner vor ungeahnte Schwierigkeiten, da sich die Figuren sehr langsam und fließend bewegen und jede Unregelmäßigkeit sofort auffiel. Die Szene musste dreimal komplett aufgenommen werden, bis der gewünschte Effekt erreicht wurde. Erst wenige Stunden vor der Uraufführung wurden die Szenen fertiggestellt. Wenn auch der Film aus mehreren kleinen Sequenzen besteht, so gibt es doch einige Motive, die das gesamte Werk optisch und handlungsmäßig zusammenhalten. So handeln die Filme vom Vergehen der Zeit; dargestellt als Wechsel der Jahreszeiten, Geschichte der vorgeschichtlichen Lebewesen oder den Ablauf des Tages von Morgen bis Abend.

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