.Fantasy ist eine moderne Spielart der Phantastik, deren Wurzeln sich in der Mythologie und den Sagen finden. Sie hat sich als eigenes Genre in Literatur, Filmkunst und bildender Kunst etabliert sowie zunehmend auch andere kulturelle Formen wie Musik und Gesellschaftsspiele beeinflusst. Fantasy gehört zu den heute beliebtesten Richtungen in der Jugendliteratur, wobei viele sie als reine Unterhaltung werten.
Als modernes Subgenre der Phantastik stellt die Fantasy übernatürliche, märchenhafte und magische Elemente in den Vordergrund. Oft bedient sie sich der Motive alter Mythen, Volksmärchen oder Sagen. So tauchen Sagengestalten wie Zwerge oder Zauberer auf, aber auch neu erfundene Wesen oder anthropomorphe Tiere. Häufig wird die Handlung in eine fiktive Welt verlagert, die sich deutlich von der irdischen Realität unterscheidet. Das Fiktionale wird in diesem Fall auch meist nicht mehr als ein solches behandelt, sondern gilt innerhalb des imaginären Hintergrundes als real. Teilweise werden zu den Welten auch die fiktive Historie derselbigen hinzuerfunden.
In der Fantasy wird oft das Schwert geschwungen.
Welt
Als Hintergrund der Fantasyerzählung dient für gewöhnlich eine fiktive Welt, die sich in ihren Gesellschaftsstrukturen jedoch meist an historischen Epochen orientiert. Besonders beliebt sind dabei das europäische Mittelalter, aber auch die Eisenzeit oder die Renaissance können als Folie dienen. Technologisch wie kulturell befindet sich die phantastische Welt deshalb fast immer auf einem Stand, der nach heutigen Maßstäben rückständig bis archaisch wirkt. Gelegentlich wird dies zu einem Dualismus erweitert, in dem sich eine dekadente Zivilisation und eine edle, aber barbarische Kultur gegenüberstehen. Die politische Ordnung einer Fantasywelt ist zumeist der Feudalismus. Hierbei handelt es sich nicht zufällig um einen Personenverbandsstaat, in dem die besonderen Beziehungen zwischen Individuen den gesellschaftlichen Zusammenhalt bewirken. Dies grenzt sich vom modernen Staatsverständnis ab, nach welchem die Bürger unmittelbar Teil des Staates sind. Die positive Wirkung des modernen Staatswesens, nämlich relative Gleichheit, wird in der Fantasy-Literatur selten zur Kenntnis genommen oder thematisiert. Dies rückt Fantasy in ihrer Erzählhaltung oft in die Nähe des Historienromans.
Die Religionen der Fantasywelt sind teilweise polytheistisch, teilweise monotheistisch geprägt, wobei sich oft konkurrierende Religionsgemeinschaften gegenüberstehen. Religion wird dabei häufig nicht nur mythisch, sondern auch magisch (nach Jean Piaget) aufgefasst: Einzelne Menschen sind in der Lage, in die physikalischen Gesetze der Welt einzugreifen. Entweder geschieht dies durch magische Kräfte (Zauberer) oder mit göttlicher Hilfe (Priester). Auch gewöhnliche Individuen sind in diese höhere Ordnung eingebunden. Die klassische Fantasy-Welt weist somit eine Einheit von Politik und Religion auf, was einer idealisierten Form der mittelalterlichen Ordnung entspricht.
Die Kulturen einer Fantasywelt sind zumeist an irdische Völker angelehnt, wobei antike, mittelalterliche und neuzeitliche Elemente bunt gemischt werden. Auffällig ist, dass die Völker zumeist idealisierte Gemeinschaften darstellen, die sich hinter herausragenden Persönlichkeiten wie Königen, Feldherren oder Stammesführern sammeln. Konflikte zwischen gesellschaftlichen Gruppen werden zumeist vernachlässigt, stark vereinfacht oder zwischen Individuen ausgetragen. Dies erinnert mitunter an die historistische Geschichtsschreibung und ihre Deutungsmuster.
Rassen und Völker
In der Regel wird die Fantasy-Welt von Menschen bewohnt. Darüber können aber weitere Völker existieren, von denen viele werkübergreifend auftreten. Besonders beliebt sind die von J.R.R. Tolkien definierten Fantasyvölker Zwerge, Elben und Orks, die unter dem Terminus Rassen auftauchen. Sie orientieren sich an Vorbildern aus Feen-, Elfen-, Drachen und Koboldsagen, weisen aber sterotype Züge und Eigenheiten auf, die erst durch die Fantasy definiert wurden: Zwerge sind ein kleinwüchsiges Volk, leben unter der Erde, tragen einen Vollbart, sind meisterhafte Axt- und Streithammerkämpfer, Schmiede und Zecher. Elfen und Elben sind unsterbliche Wesen, die mal als naturverbundenes Waldvolk, mal als kulturschaffende Hochzivilisation den Menschen moralisch und kulturell überlegen sind. Orks sind hässliche, aggressive Wesen, die auf Krieg und Plünderung aus sind. Goblins sind kleine, gewitzte Kobolde, die feige, aber zahlreich sind. Des Weiteren tauchen Untote (Zombies, Vampire etc.), Tiermenschen (Zentaur, Minotaurus, Satyre, Echsen- und Insektenwesen) oder Halblinge in vielen Romanen auf.
Im Fantasy-Jargon wird der Terminus „Rasse“ sehr viel unbefangener gebraucht, als dies sonst der Fall ist. Dies liegt zum einen daran, dass es sich um eine direkte ...
Mehr in der Wikipedia