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Felix Draeseke



Felix Draeseke


.Felix August Bernhard Draeseke (* 7. Oktober 1835 in Coburg; † 26. Februar 1913 in Dresden) war ein deutscher Komponist. Er gehörte im deutschsprachigen Raum zu den bedeutendsten Vertretern der Musik seiner Zeit. Ausgehend von der Neudeutschen Schule entwickelte er einen eigenständigen, an klassischen Idealen ausgerichteten Kompositionsstil, der der beginnenden Spätromantik zuzuordnen ist. Draeseke machte sich auch als Musikpädagoge und Musikschriftsteller einen Namen.

Frühe Jahre: 1835–1852

Felix Draeseke wurde am 7. Oktober 1835 in Coburg geboren. Sowohl väter- als auch mütterlicherseits entstammte er angesehenen protestantischen Theologenfamilien: Sein Vater, Superintendent Theodor Draeseke (1808-1870), war der Sohn des Bischofs Bernhard Dräsecke, seine Mutter Maria Draeseke geb. Hanstein (1815-1835) die Tochter des Superintendenten Gottfried August Ludwig Hanstein. Maria Draeseke starb acht Tage nach Felix' Geburt, so dass das Kind durch die drei Schwestern seines Vaters erzogen wurde. 1840 heiratete der Vater Emilie Bähring (1821-1882). Aus dieser zweiten Ehe gingen weitere zwölf Kinder hervor. Den Großteil seiner Kindheit verbrachte Felix Draeseke im nahe Coburg gelegenen Rodach.

Obwohl er im Alter von fünf Jahren an einer Mittelohrentzündung erkrankte, die nie wirklich ausheilte und sein Gehör nachhaltig schädigte, begeisterte sich der junge Draeseke sehr für die Musik, erlernte das Klavierspiel und schrieb als Achtjähriger sein erstes Klavierstück. 1850 nahm er Studien in Komposition bei dem Flötisten Caspar Kummer und entschied sich bald darauf, den Beruf eines Musikers zu ergreifen. Im April 1852 trat Draeseke ins Leipziger Konservatorium ein. Die folgenden drei Jahre studierte er Musiktheorie bei Benjamin Papperitz und Ernst Friedrich Richter, Klavier bei Louis Plaidy und Ignaz Moscheles, Komposition bei Julius Rietz sowie Musikgeschichte bei Franz Brendel.

Im Banne der Neudeutschen: 1852–1862

Zu Pfingsten 1852 befand sich Draeseke in Weimar und wohnte einer von Franz Liszt geleiteten Aufführung des „Lohengrin“ von Richard Wagner bei. Durch dieses Erlebnis wurde Wagner das große Vorbild des jungen Musikstudenten, der sich alsbald selbst an die Komposition seiner ersten Oper „König Sigurd“ (nach einer Vorlage des Dichters Emanuel Geibel) machte. Wie Wagner verfasste Draeseke das Libretto selbst - eine Praxis, die er in allen seinen Opern beibehielt.

1853, während eines Aufenthaltes in Berlin, lernte Draeseke den Liszt-Schüler und Wagner-Anhänger Hans von Bülow kennen, später einer der großen Pianisten und Dirigenten seiner Zeit, mit dem ihn bald eine enge Freundschaft verband. Der Enthusiasmus für den progressiven Musikstil der Neudeutschen Schule Liszts und Wagners ließ Draesekes Interesse am Konservatorium in Leipzig schnell erlahmen. Die meisten seiner Lehrer waren sehr konservativ ausgerichtet und standen den Idolen Draesekes skeptisch bis feindlich gegenüber. Oft kam es deshalb vor, dass er die Unterrichtsstunden gar nicht erst besuchte. „Herr Draeseke hat sich selbst dispensiert; über seine Fortschritte weiß ich daher nichts zu sagen“ bescheinigte Ignaz Moscheles. 1855 trat Draeseke enttäuscht aus dem Konservatorium aus. Im gleichen Jahr engagierte ihn Franz Brendel - einer der wenigen Konservatoriumslehrer, die den Neudeutschen nahe standen - für eine Saison als Konzertkritiker seiner „Neuen Zeitschrift für Musik“. Draeseke nutzte die Gelegenheit, um hier mit spitzer Feder für seine Ideale einzutreten. Brendel unterstützte auch die Veröffentlichung von Draesekes Essays über Wagner, sowie die Symphonischen Dichtungen Liszts.

Im Februar 1857 leitete Hans von Bülow das erste Treffen mit Liszt in Weimar in die Wege, der sich von der fast vollendeten „König-Sigurd“-Oper beeindruckt zeigte. Draeseke fand freundliche Aufnahme in den Kreis des verehrten Vorbildes. Besonders wichtig für ihn wurden hier die Freundschaften zu Hans Bronsart von Schellendorff und Peter Cornelius. Auch Richard Wagner, der damals als politisch Verfolgter in der Schweiz lebte, lernte er bei einem Besuch 1859 persönlich kennen und wurde Zeuge der Fertigstellung von dessen „Tristan und Isolde“. Mit Werken wie der Ballade „Helges Treue“ (seinem offiziellen op.1), der Kantate „Germania an ihre Kinder“ auf einen Text Heinrich von Kleists und der riesenhaften Tondichtung „Julius Caesar“ sicherte Draeseke sich bald den Ruf des „ultraradikalen“ Vertreters der Neudeutschen Schule. Zum Eklat kam es im August 1861: Auf der zweiten Weimarer Tonkünstlerversammlung leitete der Komponist eine Aufführung seines „Germania-Marsches“. Die Komposition fiel bei der Musikkritik gnadenlos durch. Draeseke erinnerte sich später:

„Durch dieses Stück wurde ich als Schrecken der Menschheit hingestellt und zwar in ganz Deutschland, indem alle Zeitungen sich beeilten, über die Schule en bloc ein Verdammungsurteil zu fällen, mich aber als die besonders gefährliche Bestie zu kennzeichnen.“

Die Neudeutschen mussten eine große Niederlage hinnehmen. Liszt zog noch im gleichen Jahr nach Rom, Draeseke übersiedelte 1862 in den französischsprachigen Teil der Schweiz, die ... Mehr in der Wikipedia



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