.Die TaÃno waren ein zu den Arawak gehörendes Volk auf den Großen Antillen – vor der Ankunft der Kariben auch auf den Kleinen Antillen -, dessen Ursprünge im heutigen Venezuela lagen. Sie wurde Opfer eines Völkermords durch die Spanier und waren bereits ein Jahrhundert nach der Conquista untergegangen.
Die TaÃno hatten eine weit fortgeschrittene Kultur mit Ackerbau, Baumwoll- und Goldverarbeitung, friedlich und matrilinear organisiert, was es ihnen ermöglichte, sukzessive fast alle Mittelamerika vorgelagerten Inseln ab 700 v. Chr. zu besiedeln. Der Begegnung mit den ab 800 n. Chr. aus dem heutigen Suriname und Guyana herandrängenden, äußerst aggressiven und kriegerisch überlegenen Kariben hatten die Arawak jedoch nichts entgegenzusetzen, so dass sie bald nur noch Trinidad, die Bahamas, Kuba, Jamaika, Haiti, die Dominikanische Republik und Puerto Rico bewohnten, sowie einige Inseln der Kleinen Antillen. Zum Beispiel waren zur Zeit der spanischen Entdeckungsreisen die Inseln Curaçao und Bonaire von Arawaken bewohnt und die Nachbarinsel Aruba von Kariben.
1492 traf Christoph Kolumbus auf den Westindischen Inseln ein. In seinem Tagebuch schildert er die Arawak (TaÃno) als „unschuldig und von einer solchen Freigiebigkeit mit dem, was sie haben, dass niemand es glauben würde, der es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Was immer man von ihnen erbittet, sie sagen nie nein, sondern fordern einen ausdrücklich auf, es anzunehmen und zeigen dabei soviel Liebenswürdigkeit, als würden sie einem ihr Herz schenken.“ Dieses Urteil hinderte ihn aber nicht daran, im November 1493 einen Arawak in Hispaniola grundlos enthaupten zu lassen. Es war die erste schriftlich bezeugte Tötung eines Indianers durch die Spanier überhaupt, aber nicht die letzte: Bereits 100 Jahre später waren die Arawak der Kolonialisierung in Form von Zwangsarbeit und eingeschleppten Krankheiten zum Opfer gefallen und um 1600 auf Hispaniola vollständig ausgestorben (siehe unten).
Die TaÃno waren in erster Linie Ackerbauern. Ihre Hauptanbauprodukte waren Maniok, Mais, Süßkartoffeln (Bataten), Erdnüsse, Ananas, Bohnen, Ajà (scharfer Pfeffer) und Tabak. Aus den Yucca-Wurzeln gewannen sie Mehl, aus dem sie auf runden Tonplatten dünne Fladen backten, genannt Casabe. Dieses Casabe ist bis heute in ländlichen Gegenden ihres einstigen Siedlungsgebietes, z. B. in der Dominikanischen Republik, bekannt. Die (echten) Kartoffeln, Tomaten und Kakao, ebenfalls Pflanzen der Neuen Welt, die in vorkolumbianischer Zeit bereits in Mexiko kultiviert wurden, waren den Arawaken dagegen noch nicht bekannt. Die Arawaken benutzten in der Landwirtschaft nur einfache Werkzeuge, wie Steinäxte oder Grabstöcke, deren Ende im Feuer gehärtet waren; in Trockengebieten legten sie jedoch bereits Bewässerungskanäle für ihre Felder an. Daneben gingen sie auf die Jagd, z. B. nach dem Manatà (der Seekuh), und zum Fischfang. Handel untereinander oder mit anderen Völkern betrieben sie kaum; sie pflegten in erster Linie Subsistenzwirtschaft. Die Metallverarbeitung war auf Gold beschränkt; dieses diente ihnen für Schmuckstücke, z. B. als Ohrgehänge für ihre Kaziken. Beispielsweise waren den TaÃno auf Hispaniola bereits alle Goldlagerstätten bekannt, die später die Spanier ausbeuteten bzw. die heute noch oder wieder ausgebeutet werden. Pfeil- und Speerspitzen waren aus Knochen, Schildkrötenpanzern oder Steinen gefertigt. Die Keramik war bereits hoch entwickelt. Neben Vorratsgefäßen wurden auch kleinere Götterfiguren aus Keramik hergestellt. Daneben gab es Gefäße aus den Higüero-Früchten (Baumkalebassen), wie sie heute noch in der Karibik bekannt sind (allerdings fast nur noch für Touristen-Souvenirs hergestellt werden). Die Arawaken der Karibik waren auch gute Seefahrer und verstanden es, gute Kanus zu zimmern. In solchen konnten bis zu 80 Personen Platz finden.
Kleidung
Entsprechend dem warmen Klima lebten die Arawaken weitgehend ohne Kleidung. Sie nutzten jedoch schon die Baumwolle zur Herstellung von Decken, Ziergürteln und Hängematten. Sie bemalten sich gerne mit Farbstoffen, die sie aus Erden, Asche und Früchten gewannen. Hierbei waren die schwarzen Säfte der Jagua, eine Sapotacaea-Art u...
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