.John Leslie „Wes“ Montgomery (* 6. März 1925 in Indianapolis, Indiana; †15. Juni 1968 ebenda) war ein US-amerikanischer Jazz-Gitarrist.
Die Karriere Wes Montgomerys lässt sich grob in drei Abschnitte unterteilen: Nach seinen Clubauftritten in seiner Heimatstadt veröffentlichte er von den späten 1950er Jahren bis Mitte der 60er Jahre auf verschiedenen Label - vor allem auf Riverside - meist virtuose Jazzaufnahmen in kleiner Besetzung. Von 1964 an war er bei Verve unter Vertrag, wo er teils sehr populäre Schallplatten aufnahm, häufig mit Orchesterarrangements von Oliver Nelson und Don Sebesky. Die künstlerische Qualität dieser Aufnahmen war aber recht unterschiedlich, so dass sie bis heute bei Musikkritikern und Jazzfans umstritten sind. 1967 wechselte er zum Poplabel A&M, wo er sich auf eine von vielen als seicht empfundene Formel von Easy Listening festlegte. Wes Montgomery starb 1968 an einem Herzanfall.
Wes Montgomery ist Autodidakt: er hörte erstmals mit neunzehn Jahren die Platten von Charlie Christian, kaufte eine Gitarre und begann, die Soli zu kopieren. [1] Mit seinen Brüdern Monk und Buddy spielte er, tagsüber in einer Fabrik tätig, abends in Clubs. Seine professionelle Karriere begann, als er von 1948 bis 1950 bei Lionel Hampton spielte. Des dauernden Tourneestresses müde, kehrte er auch aus familiären Gründen nach Indianapolis zurück, arbeitete wieder in der Fabrik und trat abends mit eigener Band auf. Zwischen 1957 und 1959 reiste er gelegentlich nach San Francisco, wo seine Brüder als The Mastersounds Erfolge feierten und er an deren Plattensessions mitwirkte. Diese frühen Aufnahmen erschienen später auf Pacific Records.
1959 hörte ihn Cannonball Adderley in einem Club in Indianapolis spielen und vermittelte ihm einen Plattenvertrag bei Riverside Records und nahm mit Wes sein Album The Poll Winners auf. Im selben Jahr entstand Wes´ erstes Album für Riverside, begleitet von Orgel und Schlagzeug. Im Januar 1960 nahm er sein wohl bestes Alum auf, The Incredible Jazz Guitar of Wes Montgomery, begleitet von Tommy Flanagan, Percy und Albert Heath. Es folgten Einspielungen mit Cannonball und Nat Adderley, Harold Land, Milt Jackson sowie Live-Auftritte mit John Coltrane. In dieser kreativsten Phase seines Schaffens entstanden auch seine Alben So Much Guitar (1961) und Full House (1962) mit Johnny Griffin und dem Trio von Wynton Kelly, mit dem er auch live auftrat, ebenso wie mit seinen Brüdern Monk und Buddy als The Montgomery Brothers. Auf den späteren Riverside-Alben wie Guitar On the Go oder Fusion! verband Wes den Rhythmus und die Energie des Rock mit Jazzharmonien.[2]
Nach 1964, als Riverside Records[3] von Orrin Keepnews aufgegeben wurde, stand Wes Montgomery bei Verve Records unter Vertrag. 1965 tourte er erstmals durch Europa, trat im Londoner Club Ronnie Scott's auf und spielte mit Johnny Griffin und Harold Mabern in Paris. Auf dem ersten Verve-Album stellte dessen Produzent Creed Taylor Wes als Solisten in einen Big Band-Rahmen mit Begleitern wie Jerome Richardson, Jimmy Cleveland, Urbie Green, Quentin Jackson oder Clark Terry; danach entstand in dichter Folge eine Reihe von sieben Alben mit Small Group, Big Band- und Streicher-Besetzung, auf denen der Gitarrist von den Orchestern von Oliver Nelson, Claus Ogerman oder Don Sebesky begleitet wurde. Deren Arrangements schufen, den Smooth Jazz vorwegnehmend, einen sehr erfolgreichen Popjazz aus Instrumentalversionen damals aktueller Pophits wie California Dreamin', Golden Earings oder Goin' Out Of My Head, das mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. So wurde Wes Montgomery zu einem Musterbeispiel fĂĽr den Verma...
Mehr in der Wikipedia