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Zen.Zen-Buddhismus oder Zen (jap. çŠ , zen) ist eine in China ab etwa dem 5. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung entstandene Strömung oder Linie des Mahayana-Buddhismus, die wesentlich vom Daoismus beeinflusst wurde. Der chinesische Name Chan (chin. çŠ , ChĂĄn) stammt von dem Sanskritwort Dhyana (à€§à„à€Żà€Ÿà€š), das in das Chinesische als Chanâna (çŠ éŁ, ChĂĄnânÇ) ĂŒbertragen wurde. Dhyana bedeutet frei ĂŒbersetzt soviel wie âZustand meditativer Versenkungâ, was auf das grundlegende Charakteristikum dieser buddhistischen Strömung verweist, die daher auch gelegentlich als Meditations-Buddhismus bezeichnet wird. Der Chan-Buddhismus wurde in Ostasien und SĂŒdostasien durch Mönche verbreitet. Es entstand daraufhin eine koreanische (Seon, korean. ì ) und vietnamesische (Thiá»n) Tradition. Ab dem 12. Jahrhundert gelangte Chan auch nach Japan und erhielt dort als Zen eine neue AusprĂ€gung, die in der Neuzeit in wiederum neuer Interpretation in den Westen gelangte. Die in Europa und den USA verwendeten Begriffe zum Zen stammen meistens aus dem Japanischen. Aber auch koreanische, vietnamesische und chinesische Schulen haben in jĂŒngerer Zeit Einfluss im westlichen Kulturkreis erlangt. Die klassische Beschreibung des Zen geht angeblich auf Bodhidharma zurĂŒck, teilweise wird sie auch Nansen Fugan zugeschrieben:[1] 1. Eine besondere Ăberlieferung auĂerhalb der orthodoxen Lehre, 2. UnabhĂ€ngigkeit von heiligen Schriften 3. und das unmittelbare Deuten auf des Menschen Herz 4. fĂŒhren zur Schau des eigenen Wesens und zur Buddha-Werdung. [2]Oft wird gesagt, dass Zen ânichtsâ biete: keine Lehre, kein Geheimnis, keine Antworten. In einem Koan spricht der Zen-Meister IkkyĂ» SĂŽjun zu einem Verzweifelten: âIch wĂŒrde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir ĂŒberhaupt nichts.âEs bedeutet, das Leben zu leben â in seiner ganzen FĂŒlle. Der unmittelbare Zugang zu diesem Einfachsten von allem ist dem Verstandeswesen Mensch jedoch versperrt â es scheint so, als ob die niemals schweigende Stimme der Gedanken ihn durch hartnĂ€ckige Ideen und urteilende Vorstellungen blockiere. Die permanente BeschĂ€ftigung mit sich selbst, die schĂŒtzende Ich-Bezogenheit jedes einzelnen verursacht immer wieder nur neues Leiden (Dukkha). Zen kann diese Verwirrung lösen â zuletzt vermag man sogar zu essen, wenn man hungrig ist, zu schlafen, wenn man mĂŒde ist. Zen ist nichts Besonderes. Es hat kein Ziel. Die Charakterisierung, Zen biete ânichtsâ, wird gerne von Zen-Meistern gegenĂŒber ihren SchĂŒlern geĂ€uĂert, um ihnen die Illusion zu nehmen, Zen biete erwerbbares Wissen oder könne etwas âNĂŒtzlichesâ sein. Auf einer anderen Ebene wird hingegen auch das Gegenteil behauptet: Zen biete das âganze Universumâ, da es die Aufhebung der Trennung von Innenwelt und AuĂenwelt, also âallesâ, beinhalte. Auch wenn Intellektuelle und Wissenschaftler sich oftmals von Zen angezogen fĂŒhlen, entzieht es sich der âVernunftâ. Zen wird oft als âirrationalâ empfunden, auch weil es sich grundsĂ€tzlich jeder begrifflichen Bestimmung widersetzt. Das scheinbar Mysteriöse des Zen rĂŒhrt jedoch allein aus den Paradoxa, die der Versuch des Sprechens ĂŒber Zen hervorbringt. Zen besitzt aber auch philosophisch-religiöse Aspekte und historisch gewachsene Lehren, wie etwa in der SĆtĆ- bzw. Rinzai-Richtung. Diese kann man â wenn sie auch zur subjektiven Erfahrung des Zen nicht unbedingt notwendig sind â selbstverstĂ€ndlich mit Worten beschreiben. Die Praxis besteht zum einen aus Zazen (von jap.: Za- [sitzen]; Zen- [Versenkung]), dem Sitzen in Versunkenheit auf einem Kissen. In der Ă€uĂeren Haltung sind dabei die Beine in einander geschlagen wie beim Lotus-Sitz im Yoga. Der RĂŒcken ist gerade, aber vollkommen entspannt, und die HĂ€nde sind entspannt ineinander gelegt, wobei sich die Daumenspitzen leicht berĂŒhren. Die Augen bleiben halb geöffnet, der Blick bleibt entspannt ohne Umherschweifen zum Boden gesenkt. Ein anderer, ebenso wichtiger Teil der Zen-Praxis, besteht aus der Konzentration auf den Alltag. Dies bedeutet einfach nur, dass man sich auf die AktivitĂ€t, die man gerade in diesem Augenblick ausĂŒbt, vollkommen konzentriert, ohne dabei irgendwelchen Gedanken nachzugehen. Beide Ăbungen ergĂ€nzen einander und sind dazu gedacht den Geist zu beruhigen bzw. die âGedankenflutâ, welche einen durchgehend ĂŒberkommt, einzudĂ€mmen. âWenn unser Geist die Ruhe findet, verschwindet er von selbst.â (aus Shin Jin Mei, Gedichtsammlung ĂŒber den Glauben an den Geist, von Meister Sosan) Primat der PraxisZen ist der weglose Weg, das torlose Tor. Die dem Zen zugrundeliegende groĂe Weisheit (Prajna) braucht gemÀà der Lehre nicht gesucht zu werden, sie ist immer schon da. Vermöchten die Suchenden einfach nur ihre permanenten Anstrengungen aufzugeben, die Illusion der Existenz eines âIchâ aufrechtzuerhalten, wĂŒrde sich Prajna unmittelbar einstellen. Realistisch gesehen ist das Beschreiten des Zen-Wegs jedoch eines der schwierigeren Dinge, die in einem menschlichen Leben unternommen werden können. Den SchĂŒlern wird die Bereitschaft zur Aufgabe ihres selbstbezogenen Denkens und letztlich des Selbst abverlangt. So dauert der Ăbungsweg gewöhnlich mehrere Jahre, bevor die ersten Schwierigkeiten ĂŒberwunden sind. Der Weg ist allerdings stets zugleich auch das Ziel, im Ăben ist die ErfĂŒllung stets gegenwĂ€rtig. PrimĂ€re Aufgabe des Zen-SchĂŒlers ist die fortgesetzte, vollstĂ€ndige und bewusste Wahrnehmung des gegenwĂ€rtigen Moments, eine vollstĂ€ndige Achtsamkeit ohne eigene urteilende Beteiligung (Samadhi). Diesen Zustand soll der Zen-SchĂŒler nicht nur wĂ€hrend des Zazen, sondern möglichst in jedem Augenblick seines Lebens beibehalten. âZen ist nicht etwas Aufregendes, sondern Konzentration auf deine alltĂ€glichen Verrichtungenâ (Shunryu Suzuki)Auf diese Weise kann sich die Erkenntnis der absoluten RealitĂ€t einstellen (Satori). Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird aufgehoben; die Kontingenz der eigenen Existenz, das In-die-Welt-geworfen-Sein kann angenommen werden. Vollkommene innere Befreiung ist die Folge: es gibt nichts zu erreichen, nichts zu tun und nichts zu besitzen. MethodenMit der Zeit haben Zen-Meister verschiedene Techniken entwickelt, die den Zen-SchĂŒlern Hilfen bieten und Fehlentwicklungen vorbeugen sollen. Die Schulung der Aufmerksamkeit und der absichtslosen Selbstbeobachtung stehen dabei an erster Stelle; daneben wird das (ver)störende diskursive Denken an einen Endpunkt gebracht. Im eigentlichen Sinne gelehrt werden kann Zen nicht. Es können nur die Voraussetzungen fĂŒr spontane, intuitive Einsichten verbessert werden. Zu den gebrĂ€uchlichen Methoden der Zen-Praxis gehören Zazen (Sitzmeditation), Kinhin (Gehmeditation), Rezitation (Textlesungen), Samu (konzentriertes TĂ€tigsein) und das Arbeiten mit Koans. Besonders intensiv werden diese Methoden wĂ€hrend mehrtĂ€giger Ăbungsperioden oder ... Mehr in der Wikipedia |
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